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Sonntag, 26. Juli 2026

10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut

Bild: Microsoft Copilot


Das 10. Gebot: Zufriedenheit statt Neid – Ein Weg zu wahrer Freiheit

„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.“

Das zehnte Gebot gehört zu den oft übersehenen Geboten der Zehn Gebote. Während Verbote wie „Du sollst nicht töten“ oder „Du sollst nicht stehlen“ sofort verständlich erscheinen, richtet sich das zehnte Gebot auf etwas Tieferes: auf das Herz des Menschen.

Aus katholischer Sicht geht es nicht nur darum, was wir tun, sondern auch darum, welche Haltung wir in unserem Inneren pflegen. Gott möchte nicht allein unser äußeres Verhalten formen, sondern unser Denken, Wünschen und Begehren.

Wir leben in einer Gesellschaft, die uns täglich vermittelt: „Du brauchst mehr.“ Ein größeres Haus, ein neueres Auto, das neueste Smartphone, mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Anerkennung. Werbung und soziale Medien wecken oft den Eindruck, das Glück der anderen sei größer als das eigene.

Was bedeutet „begehren“?

Das Gebot verbietet nicht den Wunsch nach einem guten Leben, einem eigenen Haus oder beruflichem Erfolg. Problematisch wird es dann, wenn wir auf das schauen, was andere besitzen, und daraus Neid, Missgunst oder Habgier entstehen.

Begehren heißt mehr als: „Das gefällt mir.“ Es bedeutet, etwas unbedingt besitzen zu wollen, obwohl es einem anderen gehört. Das kann sich beziehen auf:

  • Geld
  • Häuser
  • Autos
  • Kleidung
  • technische Geräte
  • beruflichen Erfolg
  • Einfluss
  • Ansehen
  • Talente
  • den Lebensstil anderer

Das zehnte Gebot erinnert uns daran, dass Neid das Herz unzufrieden macht und die Freude über die eigenen Gaben raubt.

Wer ständig denkt:

  • „Warum hat mein Nachbar ein schöneres Haus?“
  • „Warum fährt die Kollegin ein besseres Auto?“
  • „Warum hat die andere Familie mehr Wohlstand als wir?“

läuft Gefahr, den Blick für die eigenen Segnungen zu verlieren.

Das zehnte Gebot erinnert uns daran, dass unser Wert nicht von Besitz abhängt, sondern von unserer Würde als Kinder Gottes.

Die Wurzel des Problems: Neid

Der Neid ist eine der zerstörerischsten Haltungen des menschlichen Herzens. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt ihn als Traurigkeit über das Gut eines anderen und als ungeordnete Begierde, dieses Gut selbst besitzen zu wollen.

Neid führt dazu, dass wir:

  • uns ständig vergleichen,
  • anderen ihren Erfolg nicht gönnen,
  • undankbar werden,
  • den Frieden des Herzens verlieren.

In einer Zeit sozialer Medien wird diese Versuchung besonders deutlich. Jeden Tag sehen wir Bilder von Reisen, Häusern, Autos oder scheinbar perfekten Familien. Schnell entsteht der Eindruck, dass andere mehr besitzen oder glücklicher sind.

Neid – eine Gefahr für die Seele

Neid gehört zu den sieben Hauptsünden. Er beginnt oft ganz unauffällig. Wir vergleichen uns mit anderen und denken:

  • Warum hat sie mehr als ich?
  • Warum wurde er befördert?
  • Warum fährt diese Familie in den Urlaub und wir nicht?
  • Warum bekommt jemand anderes mehr Anerkennung?

Aus diesen Gedanken können Missgunst, Bitterkeit und sogar Hass entstehen.

Doch das Evangelium lehrt uns eine andere Perspektive: Wahres Glück entsteht nicht durch Vergleich, sondern durch die Beziehung zu Gott.

Die Versuchung unserer Zeit

Noch nie war Vergleichen so einfach wie heute.

In sozialen Netzwerken sehen wir scheinbar perfekte Menschen:

  • wunderschöne Urlaubsbilder,
  • luxuriöse Häuser,
  • teure Autos,
  • Designerkleidung,
  • perfekte Familien,
  • erfolgreiche Karrieren.

Dabei vergessen wir oft: Wir sehen nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens. Hinter vielen Bildern stehen Sorgen, Krankheiten oder persönliche Krisen, die verborgen bleiben.

Wer ständig das Leben anderer betrachtet, läuft Gefahr, die Dankbarkeit für das eigene Leben zu verlieren.

Das zehnte Gebot lädt uns deshalb ein, nicht ständig nach links und rechts zu schauen, sondern auf Gott zu vertrauen.

Jesus warnt vor Habgier

Jesus kennt die Gefahr, dass Besitz unser Herz gefangen nimmt.

Er sagt:

„Hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.“
(Lukas 12,15; Einheitsübersetzung 2016)

Reichtum ist keine Garantie für Glück. Wer immer mehr besitzen möchte, wird selten zufrieden sein. Wahre Erfüllung findet der Mensch nicht in Dingen, sondern in der Gemeinschaft mit Gott.

Das Herz am richtigen Ort haben

Jesus sagt:

„Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ (Matthäus 6,21)

Die katholische Sicht: Liebe statt Missgunst Das Gegenteil von Neid ist die christliche Liebe. Diese freut sich über das Gute, das anderen widerfährt.

  • Woran hängt mein Herz?
  • Vertraue ich auf Gott oder auf materiellen Besitz?
  • Suche ich Sicherheit in Dingen oder in Gottes Liebe?

Besitz ist nicht schlecht. Die Kirche lehrt, dass Eigentum rechtmäßig und wichtig sein kann. Problematisch wird es erst, wenn materielle Güter zum Mittelpunkt unseres Lebens werden.

Wer aus dem Glauben lebt, kann sagen:

  • „Ich freue mich über den Erfolg meines Nachbarn.“
  • „Ich gönne anderen ihren Wohlstand.“
  • „Gott segnet jeden Menschen auf unterschiedliche Weise.“

Die Liebe erkennt, dass Gottes Güte nicht begrenzt ist. Wenn ein anderer etwas Gutes erhält, wird uns dadurch nichts weggenommen.

Dankbarkeit als Gegenmittel

Die katholische Tradition sieht in der Dankbarkeit ein starkes Heilmittel gegen Neid und Habgier. Wer täglich bewusst wahrnimmt, was Gott bereits geschenkt hat, entdeckt:

  • Gesundheit,
  • Familie,
  • Freundschaften,
  • Fähigkeiten,
  • den Glauben,
  • und viele kleine Gnaden des Alltags.

Dankbarkeit verändert den Blick. Statt auf das zu schauen, was fehlt, erkennen wir, was bereits vorhanden ist.
Diese innere Zufriedenheit ist ein Zeichen geistlicher Reife.

Dankbarkeit statt Vergleichen

Das Gegenmittel gegen Neid ist die Dankbarkeit.

Wer dankbar lebt, erkennt:

  • Gott hat jedem Menschen unterschiedliche Gaben geschenkt.
  • Nicht jeder hat dieselben Aufgaben.
  • Nicht jeder geht denselben Lebensweg.
  • Jeder Mensch ist von Gott einzigartig geschaffen.

Teilen macht frei

Das zehnte Gebot ruft nicht nur dazu auf, Neid zu überwinden, sondern auch großzügig zu sein. Wer teilt, erfährt, dass Geben glücklicher macht als Horten.
Papst Franziskus erinnert immer wieder daran, dass Besitz eine Verantwortung mit sich bringt. Christlicher Glaube zeigt sich auch darin, die Not anderer wahrzunehmen und mit den eigenen Möglichkeiten zu helfen. Großzügigkeit befreit das Herz von der Herrschaft des Besitzes.

Das Gebot beginnt im Alltag.

Wir können uns fragen:

  • Freue ich mich ehrlich über den Erfolg anderer?
  • Vergleiche ich mich ständig mit anderen?
  • Bin ich dankbar für das, was Gott mir geschenkt hat?
  • Kann ich gönnen, ohne neidisch zu werden?
  • Teile ich von meinem Besitz mit Menschen, die weniger haben?
  • Vertraue ich darauf, dass Gott für mich sorgt?

Praktische Impulse für den Alltag, die zum Teil daraus resultieren: 

Um das zehnte Gebot bewusst zu leben, können folgende Schritte helfen:

1. Dankbarkeit üben

Notiere jeden Abend drei Dinge, für die du Gott danken kannst.

2. Vergleiche vermeiden

Reduziere bewusst Situationen, in denen du dich ständig mit anderen misst.

3. Für andere beten

Bitte Gott, Menschen zu segnen, auf die du vielleicht neidisch bist.

4. Großzügigkeit leben

Teile Zeit, Aufmerksamkeit und materielle Güter mit anderen.

5. Auf Gottes Vorsehung vertrauen

Glaube daran, dass Gott weiß, was du wirklich brauchst.

Fazit

Das zehnte Gebot ist eine Einladung zur inneren Freiheit. Gott möchte uns von Neid, Habgier und ständigen Vergleichen befreien. Wer lernt, dankbar zu sein, anderen ihr Glück zu gönnen und auf Gottes Führung zu vertrauen, entdeckt einen Frieden, den materieller Besitz niemals schenken kann.

Das zehnte Gebot fordert uns nicht zu Verzicht, sondern zu einer neuen Sichtweise auf das Leben auf: Dankbarkeit statt Neid, Vertrauen statt Habgier und Liebe statt Missgunst.
















8.Gebot: Du sollst nicht lügen

„Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen“ – Was die Bibel und die katholische Kirche über die Lüge lehren



 Bild: ChatGPT

Wir alle kennen Situationen, in denen wir versucht sind, die Wahrheit ein wenig zu verbiegen. „Das war doch nur eine Notlüge“, sagen wir dann. Oder wir verschweigen etwas, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Doch wo beginnt eine Lüge? Gibt es überhaupt „harmlose“ Lügen? Und was lehrt die Bibel dazu?

In einer Zeit von Fake News, künstlicher Intelligenz, manipulierten Bildern und gezielter Desinformation gewinnt das achte Gebot eine neue Aktualität. Die Wahrheit ist heute kostbarer denn je.

Das achte Gebot

Im Dekalog lesen wir:

„Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.“
(Exodus 20,16; Einheitsübersetzung 2016)

Auf den ersten Blick richtet sich dieses Gebot gegen falsche Zeugenaussagen vor Gericht. Doch schon im Alten Testament wird deutlich, dass Gott jede Form der Unwahrheit ablehnt, durch die Menschen getäuscht oder geschädigt werden.

Das achte Gebot schützt die Würde des Menschen, seinen guten Ruf und das Vertrauen, auf dem jedes Zusammenleben aufbaut.

Wer Christus nachfolgt, ist daher berufen, ein Mensch der Wahrheit zu sein. Ehrlichkeit ist keine bloße Tugend unter vielen, sondern Ausdruck der Gemeinschaft mit Christus.

Aber: Was ist eine Lüge?

Der Katechismus der Katholischen Kirche definiert die Lüge sehr klar:

„Lügen heißt, gegen die Wahrheit sprechen oder handeln, um jemanden zu täuschen.“
(KKK 2483)

Eine Lüge ist also nicht einfach ein Irrtum oder ein Versehen. Entscheidend ist die Absicht, einen anderen Menschen bewusst in die Irre zu führen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Notlügen
  • Halbwahrheiten
  • bewusste Täuschungen
  • Verleumdungen
  • üble Nachrede
  • falsche Versprechungen
  • manipulierte Informationen
  • das Verbreiten ungeprüfter Behauptungen
  • Deepfakes und KI-generierte Fälschungen

Die sogenannte Notlüge:
Viele Menschen fragen sich, ob eine Notlüge erlaubt sei.
Die katholische Kirche macht deutlich, dass eine Lüge ihrem Wesen nach niemals gut ist. Der Katechismus sagt:

„Die Lüge ist ihrem Wesen nach verwerflich.“
(KKK 2485)

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir jede Wahrheit jederzeit aussprechen müssen. Es gibt Situationen, in denen Schweigen klüger und angemessener ist oder in denen jemand kein Recht auf bestimmte Informationen hat.

Der Katechismus erklärt:

„Das Recht auf Mitteilung der Wahrheit ist nicht bedingungslos.“
(KKK 2488)

Christen sollen also weder lügen noch unnötig verletzen. Zwischen Verschwiegenheit, Klugheit und bewusster Täuschung besteht ein wichtiger Unterschied.

Wahrheit und Liebe gehören zusammen

Manche Menschen glauben, Ehrlichkeit bedeute, jede Meinung ungefiltert auszusprechen.
Doch christliche Wahrheit ist immer mit Liebe verbunden, wenn also etwas gesagt wird, dann die Wahrheit in Liebe sagen.
Aber: Die Wahrheit darf niemals als Waffe benutzt werden. Ebenso darf die Liebe niemals als Vorwand dienen, die Wahrheit zu verschweigen oder zu verdrehen.

Die Herausforderung unserer Zeit
Noch nie konnten Informationen so schnell verbreitet werden wie heute.
Innerhalb weniger Sekunden gehen Meldungen um die Welt – unabhängig davon, ob sie wahr oder falsch sind.

Besonders problematisch sind:

  • Fake News
  • manipulierte Fotos
  • Deepfakes
  • KI-generierte Videos
  • aus dem Zusammenhang gerissene Zitate
  • Gerüchte in sozialen Netzwerken
  • Verleumdungen im Internet
  • Betrugsversuche per Messenger oder E-Mail

Wer Inhalte ungeprüft weiterleitet, trägt Verantwortung für deren Folgen.

Christen sind deshalb aufgerufen, Informationen sorgfältig zu prüfen und sich nicht an der Verbreitung von Unwahrheiten zu beteiligen.

Die Wahrheit beginnt im Alltag

Das achte Gebot betrifft nicht nur außergewöhnliche Situationen.
Es stellt uns im Alltag Fragen:

  • Halte ich meine Versprechen?
  • Gebe ich Fehler ehrlich zu?
  • Erzähle ich Geschichten wahrheitsgemäß?
  • Rede ich schlecht über andere?
  • Teile ich Nachrichten, ohne ihre Herkunft zu prüfen?
  • Stelle ich mich im Internet anders dar, als ich wirklich bin?

Jesus sagt in der Bergpredigt:

„Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.“
(Matthäus 5,37; EÜ 2016)

Unsere Worte sollen glaubwürdig sein.

Kein Mensch ist vollkommen wahrhaftig.

Auch Christen versagen.

Für Katholiken ist das Sakrament der Versöhnung ein besonderer Ort, an dem wir Gottes Vergebung erfahren und neue Kraft erhalten, künftig wahrhaftiger zu leben.

Wo durch eine Lüge Schaden entstanden ist, gehört – soweit möglich – auch die Wiedergutmachung dazu.

Fazit

Das achte Gebot ist weit mehr als ein Verbot des Lügens. Es lädt uns ein, Menschen der Wahrheit zu werden.

Wer Christus nachfolgt, soll glaubwürdig reden, verantwortungsvoll handeln und die Würde jedes Menschen achten. Wahrheit und Liebe gehören untrennbar zusammen.

Gerade in einer Zeit voller Desinformation und digitaler Manipulation braucht unsere Welt Christen, deren Worte Vertrauen schaffen, weil sie sich an der Wahrheit orientieren.

Bitten wir den Heiligen Geist um die Gabe der Wahrhaftigkeit, damit unser Reden und Handeln immer mehr Christus widerspiegelt – den Weg, die Wahrheit und das Leben.


Sonntag, 14. Dezember 2025

7. Gebot: Du sollst nicht stehlen

 


 Erstellt durch Chat GPT

Das siebte Gebot gehört zu den kürzesten der Bibel – und zugleich zu den am meisten unterschätzten. „Du sollst nicht stehlen“ (Exodus 20,15; vgl. Deuteronomium5,19) klingt zunächst eindeutig: kein Diebstahl, kein Einbruch, kein Ladendiebstahl. Doch die biblische Tradition versteht dieses Gebot deutlich weiter. Es geht nicht nur um fremdes Eigentum, sondern um Gerechtigkeit, Achtung vor dem Nächsten, und Verantwortung im Zusammenleben.

 

Eigentum in biblischer Perspektive

In der Bibel ist Eigentum nie absolut. Alles, was der Mensch besitzt, steht unter dem Vorbehalt Gottes wie schon Psalm 24, 1 zeigt.

Der Mensch ist Verwalter, nicht Eigentümer im letzten Sinn. Wer stiehlt, greift daher doppelt fehl: Er schadet dem Mitmenschen und missachtet Gottes Ordnung.

Schon im Alten Testament wird deutlich, dass Diebstahl nicht nur heimliches Wegnehmen meint. Der Prophet Micha klagt darüber auch, wie bei 2,2 zu lesen ist


 Jesus und die innere Dimension

Jesus verschärft das Verständnis der Gebote, indem er sie auf die innere Haltung bezieht. Zwar spricht er das siebte Gebot nicht direkt aus, doch seine Worte machen klar, dass es um mehr geht als äußeres Verhalten. Das zeigt zum Beispiel Mk 7,20-21

 

Stehlen beginnt oft nicht mit der Tat, sondern mit Gedanken: Neid, Anspruchsdenken, Gleichgültigkeit gegenüber dem Schaden anderer.

 

Das siebte Gebot in der Gegenwart

1. Klassischer Diebstahl – weiterhin Realität

Ladendiebstahl, Einbrüche, Betrug – all das ist keineswegs verschwunden. Oft wird verharmlost: „Das merkt doch keiner“ oder „Die Versicherung zahlt“. Biblisch zählt jedoch nicht der materielle Schaden, sondern der Bruch des Vertrauens.

  

2. Diebstahl von Gedanken und Ideen

In der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft gewinnt eine neue Form des Stehlens an Bedeutung:

 Plagiate in Schule, Studium und Journalismus

 ungekennzeichnete Übernahme fremder Texte

 Ideenklau am Arbeitsplatz

 Auch wenn nichts Materielles verschwindet, wird doch geistige Arbeit enteignet, somit die Annerkennung der echten Arbeit und Leistung genommen.


 3. Digitale Formen des Stehlens

Illegale Downloads, Softwarepiraterie oder das Umgehen von Bezahlschranken werden häufig als Kavaliersdelikte betrachtet. Doch auch hier gilt: Arbeit, Zeit und Kreativität haben Wert. Viele konkrete Beispiele kann man auf YouTube sehen. Hier kann man sich ganze Serien ansehen, die eben nicht vom Sender eingestellt wurden, sondern als Raubkopie hochgeladen wurden.

 Wer sich Leistungen aneignet, ohne dafür zu zahlen, verletzt dieses Prinzip.

 

4. Spionage, Daten- und Vertrauensdiebstahl

Ein besonders aktueller Aspekt ist der Diebstahl von Informationen:

 Wirtschaftsspionage

 Datenklau

 Ausspähen privater Kommunikation

 Hier wird nicht nur Eigentum verletzt, sondern Würde und Sicherheit von Menschen.

 Wer selbst nicht überwacht, ausgenutzt oder beraubt werden möchte, kann dies auch anderen nicht zumuten.

 

Soziale Dimension: Stehlen durch Ungerechtigkeit

Die Bibel kennt auch das Stehlen durch Unterlassen oder Ausbeutung, wie wir es schon bei Jes 10,1 lesen können.

 Unfaire Löhne, ausbeuterische Arbeitsbedingungen oder das Ausnutzen Schwächerer stehen im Widerspruch zum siebten Gebot – selbst wenn sie legal erscheinen.

 

Einladung zur Gewissensprüfung

Das siebte Gebot lädt zur Gewissensprüfung ein und fragt nicht nur: Habe ich etwas gestohlen? Es fragt tiefer:

 Lebe ich auf Kosten anderer?

 

Samstag, 19. April 2025

6. Gebot : Du sollt nicht Ehebrechen und 9. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau


Bild: ChatGPT


Hier habe ich mit Absicht zwei der Gebote zusammengenommen, denn sie ergänzen sich. Man könnte den Text heutzutage auch ergänzen: Du sollst nicht begehren deinen nächsten Mann, denn es geht beide Geschlechter an.

Wenn man sich heutzutage Lieder anhört, oder schaut, wer mit wem zusammen ist, wie die Familien sich zusammensetzten könnte man meinen, es gehört zum guten Ton, dass man sich scheiden lässt, zwischendurch auch mal den Partner betrügt usw.

Aber ist das wirklich so gut? Wie geht es dem Menschen dabei? Ebenso, wenn man zufällig mal die Regenbogenpresse liest.

Wer Christ ist und kirchlich heiratet, verspricht: „Bis das der Tod euch scheidet“. Selbst in der Bibel steht schon, dass der Mensch nicht trennen soll, was Gott verbunden hat. „Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, einen Scheidungsbrief auszustellen.“, so Jesus.

Doch wie viele Menschen leben dies heute noch? Die Ehe für immer?

Wenn man diese beiden Gebote in der heutigen Sprache auslegen würde, könnten dies vielleicht so lauten:

Sei deinem Partner treu und geh verantwortungsvoll mit Beziehungen um. Brich das Vertrauen in einer Partnerschaft nicht Treue und Ehrlichkeit zählen.

Respektiere die Beziehungen anderer – halte dich aus dem Privatleben deines Gegenübers raus. Dräng dich nicht in das Liebesleben anderer was vergeben ist, ist tabu.

 

Natürlich, es kann in jeder Beziehung vorkommen, dass man denkt, sich in einen anderen Menschen zu verlieben. Aber dann gleich den Partner aufgeben? Oder auch: Das Kloster verlassen/ das Priestertum aufgeben? Da stellt sich erst mal die Frage: Warum trägt mich die Beziehung nicht mehr: Bei Ordensleuten und Priestern habe ich festgestellt, dass es meist das Gebet ist, also die Beziehung zu Gott, das Gespräch mit Gott, welches schwindet. Bei Eheleuten ist es meist ähnlich:  Die Beziehung schläft langsam ein. Dann muss daran gearbeitet werden. Dazu gehört, sich wieder Zeit füreinander nehmen, dem anderen sagen wie es einem geht und, vielleicht das Schwerste: Geduld haben und kämpfen, kämpfen, kämpfen. Auch mit dem Gebet.

 


Samstag, 5. April 2025

5. Gebot: Du sollst nicht töten

 

©Gabriele Rasenberger

Nicht töten - ein großes Thema welches viele Bereiche anspricht. 
Für jeden ist klar, dass es verboten ist, Menschen zu töten, zu ermorden.
Es geht hier nicht einfach nur um dieses Töten.  Selbst den Menschen in biblischen Zeiten war übrigens schon klar, dass nicht alles Mord ist, oder dass es so etwas wie eine Notwehr gibt. Dafür gab es Asylstädte. Auch  für den Fall, dass man aus Versehen Vieh des Nachbarn umgebracht hat. In den Asylstädten wurde dann darüber verhandelt.
Aber es geht hier um viel mehr.
Wie sieht es mit der Tötung des ungeborenen Lebens aus? Auch Menschen, die sich Christen nennen, schrecken davor zum Teil nicht zurück. Auch der Fötus im Mutterleib ist schon Leben.
Und manchmal werden Frauen von den Männern dazu gedrängt. - So ein Fall ist mir selbst bekannt. Dieser Mann war zudem gewaltätig gegenüber der Frau. Weiterhin sind es manchmal auch Eltern, gerade bei jungen Mädchen. - Auch Eltern, die angebliche Christen sind.
Jedes Leben ist lebenswert. Egal ob klein, groß, Frau, Mann (Auch hier gibt es je nach Land Unterschiede), behindert oder gesund. Doch in der westlichen Welt wird dies wohl anderes gesehen und es gibt Kommentare in den sozialen Medien, dass gerade behinderte Menschen nichts in der Welt zu suchen hätten. Da gibt es Kommentare, die sich darüber aufregen, dass diese Menschen auf Kosten des Staates leben. Und es dann weiter heißt, dass diese daher kein Recht auf Leben hätten. - Erinnert mich an eine Zeit, die es schon einmal gab.
Rufmord ist ein weiterer Punkt. Alles glauben, alles weitererzählen ohne es zu prüfen.  Da zählt für manche nicht mehr der Glaube, sondern der Rassismus. So musste ein schwarzer Pfarrer die Gemeinde verlassen, weil es rassitische Leute gab.  Oder, bei uns im Bistum, musste ein Pfarrer die Gemeinde verlassen, weil verlogene Briefe über ihn das Ordinariat erreichten.  Der Pfarrer wollte dann aber auch gehen. Doch was, wenn es Menschen ohne Selbstbewusst sein trifft? Die man dann dadurch in einen Suizid treibt? Macht sich da überhaupt noch ein Mensch Gedanken.
Krieg ist ein Thema. Da sind es die Politiker die den Menschen befehlen, auf andere zu schießen, diese zu ermorden. Kann man sich dem überhaupt entziehen?

Es wurden hier nur einige Punkte angesprochen, aber es lässt sich bestimmt noch ergänzen. Gerne darf in den Kommentaren dazu geschrieben werden.

Montag, 24. März 2025

4. Gebot: Vater und Mutter ehren



Vater und Mutter ehren. Gar nicht so einfach. Was heißt das? 
Zum einen sollte erst einmal festgestellt werden, dass es nicht heißt, dass man verpflichtet ist, die Eltern zu lieben. Es gibt durchaus Menschen, die damit Schwierigkeiten haben.
Für das Wort ehren gibt es verschiedene Synoyme, die etwas ähnliches bedeuten oder es anklingen lassen. Dazu gehört: respektieren, achten, würdigen, anerkennen.
In diesem Sinne kann man es zum Beispiel auch verstehen, dass Jesus als 13-jähriger mit seinen Eltern von Jerusalem zurück nach Bethlehem gezogen ist.  Er war ihnen anschließend gehorsam.

Doch auch die Eltern müssen etwas tun. Schon Paulus mahnt die Eltern, ihre Kinder nicht so zu reizen, dass diese in Zorn geraten.

Sollte es über das Ehren hinaus noch zum Lieben kommen, dann können die Kinder bestimmt auch einiges für die Eltern tun, wenn die Eltern alt sind
Und diejenigen, die ihre Eltern "nur" ehren, werden wahrscheinlich auch einige Aufgaben übernehmen, aber sich überlegen, was für sie da mitschwingt.

Doch immerhin: Dieses Ehren gilt bis zum Tode.

Sonntag, 16. März 2025

3. Gebot: Den Tag des Herrn heiligen

 

©Gabriele Rasenberger


Wie ist das mit dem Tag des Herrn? 
Bei den 10 Geboten (katholische Zählung) heißt das 3. Gebot ganz einfach: "Du sollst den Tag des Herrn heiligen!"
 Zunächst einmal, sollte der Begriff "heiligen" erklärt werden. Kommt von heilig, etwas für heilig erklären. Und fragt man Menschen, was für sie heilig ist, bekommt man von fast jedem eine Antwort, auch von Atheisten. Was also jemanden heilig ist, sollte mit Ehrfurcht und Respekt behandelt werden. Und: Man sollte auch respektieren, was anderen Menschen heilig ist.
Für die meisten Konfessionen ist dies der Sonntag, weil Christus an diesem Tage auferstanden ist. Es gibt aber auch Konfessionen, für die dies der Samstag ist, weil an diesem Tag Gott ruhte.
Ich gehe jetzt von der katholischen Einstellung aus.
Da redet man auch von der Sonntags- und Feiertagspflicht. Dies meint, dass man an dem Tag zur Heiligen Messe gehen soll. Außerdem sollte man nicht arbeiten, Hobbys jedoch kann man gerne nachgehen, sich mit Freunden treffen... Aber halt immer im Rahmen

 In diesem Gebot steckt wirklich viel drin.
Wichtig erscheint mir hier die Teilnahme an der Heiligen Messe. Es gibt zwar die Christen denen es egal ist oder die am liebsten ihre Uhr stellen würden.  Um mal einen Vergleich zu machen: Würde jemand mit Absicht die Uhr stellen, wenn ein guter Freund zu Besuch kommt? Oder wenn jemand ein Renevouz hat? Ich gehe davon aus, dass hier alle verneinen. Doch in der Beziehung zu Gott sagen viele: Du bist mir nicht wichtig, also belästige mich bitte nicht mit mehr Zeit als 45 Minuten! Da ist keinerlei Beziehung da!

Und wie sieht es mit dem Thema Arbeit aus? Sicher, es gibt manche Sachen da kann man geteilter Meinung sein. So gibt es Menschen, die den Garten als Hobby ansehen. Aber dann am Sonntag Rasen mähen ist doch Arbeit. Andere empfinden es sogar schon als Arbeit, wenn sich jemand mit Handarbeit beschäftigt. - Aber das ist wirklich Hobby
  Weiterhin zeigen manche, die sich auch noch Christen nennen, ganz offen, dass Sie an dem Tag zu Hause arbeiten. Also ich meine jetzt nicht kochen oder so etwas, sondern: Auto waschen, Wäsche waschen und diese draußen aufhängen, beim Staubsaugen das Fenster so weit aufhaben, dass es alle mitbekommen.... Muss das wirklich an diesem Tag sein? Wo bleibt da die Heiligung dieses Tages. Klar, maches muss gemacht werden, es sollte aber wirklich nur das Nötigste gemacht werden. Und: Der Respekt vor denen, die den Sonntag heiligen, ist einfach nicht vorhanden, was schade ist.

Also: Halten wir den Sonntag heilig, ruhen wir uns aus, so dass wir mit Ihm dann in die nächste Woche gehen können.

 Die weiteren  Gebote kommen auch noch.
Hier kann man zum 1. Gebot kommen und hier zum 2. Gebot

Mittwoch, 5. März 2025

2. Gebot - den Namen Gottes nicht verunehren


 

© Gabriele Rasenberger

 Auch wenn ich heute schon ein Gebot  veröffentlich habe, möchte ich gleich auch etwas zum zweiten Gebot veröffetlichen.
Es gibt da so einiges, das vielen gar nicht bewusst ist: Die Abkürzung OMG bedeutet "Oh my God" oder auf Deutsch: "Oh mein Gott". Leider bei ganz vielen Leuten zu finden.
Und ansonsten?
Nun, ich habe schon einmal 2018 über das zweite Gebot geschrieben, daher braucht der Link dazu einfach nur geöffnet werden
 Und hier geht es zum 1. der 10 Gebote.

1. Gebot - keine anderen Götter


© Fotolia

Schon lange angekündigt und nun beginnt nun endlich die Reihe zu den 10 Geboten. In zwei der Bücher Mose sind die zehn Gebote aufgeschrieben: In Exodus(2. Buch Mose) und in Deuteronomium (5. Buch Mose)
In beiden Bücher  lautet das erste Gebot: 
Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

Was sind für uns denn solche anderen Götter? Nun, es sind nicht unbedingt andere Religionen gemeint. Aber auch heute gibt es Götzendienst. In der kommenden Fastenzeit können wir uns davon frei machen.
Zu den Götzendiensten können gehören:

Materialismus
Wer kennt es nicht, die Werbung: "Mein Haus, mein Auto...." Doch ist es wirklich wichtig, alles im Leben zu haben? Ein größeres Auto als der Nachbar, ein größeres Haus als der Nachbar, die neuestern Möbel, die teuersten Gemälde.... muss das wirklich sein? Treibt mich vielleicht der Neid dazu?  Wobei heutzutage es eher in die andere Richtung geht, nämlich möglichst wenig zu haben, das nennt man Minimalismus. Doch wenn man damit angibt und sich gar nichts gönnt, könnte dies auch zum Götzen werden.
 
Karriere und Erfolg: 
Arbeiten, Arbeiten und nochmals arbeiten. Um Karriere zu machen und voranzukommen. Und das um jeden Preis. Ob das wirklich gut ist? 
Ich kenne eine Person, die von sich sagt, falls er verheiratet wäre, müsste die Frau auf die Arbeit Rücksicht nehmen, diese geht vor. Muss das wirklich sein
Oder wenn Frauen die Arbeit so wichtig ist, dass die Kinder so schnell wie möglich nach der Geburt in die Kinderkrippe gegeben werden.  Dann kann man besser Karriere machen. Ist das wirklich so wichtig? Auf Kosten der Familie?  
Eine Arbeit ist bestimmt wichtig, auch eine Arbeit, bei der man zufrieden ist. Aber die Familie sollte nie darunter leiden müssen.

Technologie: 
Neue Technologie kann sehr gut sein, wenn es darum geht, mit elektischen Geräten uns das Leben zu erleichtern.
Nur Technologie gehört gehören aber auch die neuen Medien.
Muss man da immer und immer wieder ohne Pause drauf schauen? Muss ich jede Minute per Mail erreichbar sein? Muss ich stundenlang streamen? Oder fernsehen? Oder am PC stundenlang spielen?
Egal wo man hinkommt: Mütter mit Kinderwägen, die nur auf das Handy schauen. Im Restaurant, oder am gemeinsamen Mittagstisch: Handy. Dadurch werden Gespräche gestört. Das Handy kann man ruhig mal ausschalten um sich bewusst für den anderen Zeit zu nehmen.

Berühmtheit und Ruhm: 
Heutzutage ist es ja so leicht, berühmt zu werden. Es gib zig Influenzer, die man in den neuen Medien sehen kann. Und auch ehemals berühmte, kleine Sternchen möchten, dass man sich an sie erinnert. Ich weiß nicht, wie die Sendungen alle heißen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe: Big Brother und Dschungelcamp und...(Gibt es noch etwas?) 
Wer tut sich so etwas an, nur damit sein Name nicht vergessen wird? Ist das wirklich ein Freiwerden? Oder nicht eher Versklavung?
Andere Personen, die aufgrund ihrer Arbeit öffentliche Personen sind, würden sich lieber aus der Öffentlichkeit raushalten und genießen es dann, wenn es so weit ist

Körperkult:
 Der oder die Schönste sein wollen, weil man sich selbst nicht annehmen kann. Unzählige Personen lassen sich operieren, wenn es um das Schönheitsideal geht. Oder sie hungern sich zu Tode.  Wieder andere werden aufgrund ihres Aussehens beschimpft.  "Bodyshaming" ist viel zu oft geschehen.  Ist der Körper wirklich alles? 


Es ließen sich noch einige andere Dinge aufzählen und überlegen, wenn zum Beispiel Geld und Reichtum über alles gehen. Oder der Sport und die Fitness, aber auch: Der Glaube dass nur die Wissenschaft alles erreichen kann.

Veilleicht kann sich aus diesen Überlegungen ergeben, ob man hier für die Fastenzeit (und darüber hinaus) an einem Punkt ansetzen kann, neben dem Verzicht der Speisen

Über das 2. Gebot kann man hier lesen

Dienstag, 12. März 2024

"Wer ist der Mann auf dem Tuch?"

Der Malteserorden bietet seit Jahren eine Ausstellung an. Hier stellvertretend ein Bericht über so eine Ausstellung, die im badischen Rheinfelden stattfindet: 

„Wer ist der Mann auf dem Tuch?“   Eine Ausstellung zum Turiner Grabtuch mit diesem Titel, ist vom 10. März bis 24. April in der Kirche Sankt Josef in Rheinfelden (Baden) zu sehen.  Viele Ehrenamtliche hatten, die seit Monaten vorbereitet und dazu die Malteser gewonnen, die diese Weltausstellung in mehreren Ländern zeigen. Malteser, die vor ungefähr 15 Jahren in Jerusalem zum Turiner Grabtuch eine Schau gesehen hatten, berührte diese so, dass sie es weitergeben wollten. So sind sie seit ungefähr 2013 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber inzwischen auch in Spanien und Argentinien unterwegs, um vom Mann im Tuch zu erzählen. Diese Ausstellung wurde inhaltlich mit der Diözese Turin abgestimmt. 

Ob diese zum Glauben führt, muss jeder für sich selbst entscheiden. 



Von der Seelsorgeeinheit waren hier vor allem Gertrud Heggenberger, Christine Weber-Fehlmann und Priesteramtskandidat Simon Gleichauf beschäftigt. Damit diese Ausstellung stattfinden kann, gibt es eine Reihe von Menschen, die täglich in der Kirche anwesend sein werden, um Fragen zu beantworten. Außerdem kann man Schriften kaufen. Im hinteren Bereich der Kirche wurden zudem sechs Bänke entfernt. 



Mit einer Heiligen Messe ging die Ausstellung los. Anschließend gab es Grußworte von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt der Schirmherr der Ausstellung ist, von Sabine Hartmann-Müller, Mitglied des Landtags und Doktor Sophie Prinzessin zu Löwenstein, die Kuratorin der Ausstellung. Sowohl in der Predigt von Pfarrer Andreas Brüstle als auch in den Ansprachen ging es um den Inhalt der Ausstellung Brüstle ging in seiner Predigt darauf ein, warum die Ausstellung so gut in die Passion- und Osterzeit passt. „Der Mann im Tuch nimmt uns mit hinein in eine Welt, eines schier grenzenlosen Leids.“ Brüstle erklärte, dass dieses Tuch sowohl auf Karsamstag als auch auf den Ostersonntag hinweise. Ob es nun das Grabtuch Jesu ist, weiß man nicht, aber sehr vieles deutet darauf hin, zu sehen sind die Striemen der Dornenkrone, die der Nägel und anderes. 

Oberbürgermeister Eberhardt stellte deutlich klar: „Gerne habe ich hierfür die Schirmherrschaft übernommen, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass uns die Kirche, die Fundamente unseres Zusammenlebens und der Stärkung bietet“ Auch für ihn ist für die Veranstaltung klar: „Dabei geht es nicht um die Frage der Eindeutigkeit. Ziel war nicht den Beweis anzutreten, dass es das Tuch ist, in dem Christus gelegen hat. Stattdessen möchten wir den Menschen helfen, selbst darüber nachzudenken, eigene Schlüsse zu ziehen und sich mit den Ereignissen vor über 2000 Jahren auseinanderzusetzen“ 



Ebenso formulierte die Politikerin Hartmann-Müller, dass diese Ausstellung „Aufmerksamkeit erregt und die Menschen zu einer Beschäftigung mit diesem besonderen Tuch anregen möchte.“ Sie selbst hat eine besondere Beziehung zu den Grabtüchern Jesu, seit sie in Manoppello war.  Hartmann-Müller machte deutlich, dass Juden alles, was mit dem Tode zu tun hat, unrein war. Daher ist auch nichts in der Bibel von den Grabtüchern zu lesen. Doch es sei ein Leid darin zu lesen, welches der Mann durchgemacht haben muss. Sie wies darauf hin, dass „für mein Handeln und Wirken als Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg ist die Botschaft Jesu die Richtschnur.“ 



Von Löwenstein gab in ihrer Rede außerdem weiter, dass der Malteserorden auch die Aufgabe hat, den Glauben nach außen zu tragen. Durch diese „kleine, aber feine“ Ausstellung wird dies gemacht, denn damit soll der Glaube nach Außen getragen werden, es soll hinführen zum Glauben. „Wir sind haptisch denkende Menschen“, so von Löwenstein. 

 Wer in den nächsten Wochen nach Rheinfelden kommt, kann dort  eine Kopie des  Grabtuches in Originalgröße sehen. Außerdem sind Gegenstände der damaligen Zeit nachgebildet. 



Für diejenigen, die alleine die Ausstellung sehen wollen, steht ein Film zur Verfügung, der sich lohnt, als Einleitung anzusehen. Doch auch alles andere ist beschriftet.  Noch am Tag der Eröffnung machte Doktor Sophie, Prinzessin zu Löwenstein eine Führung. Für sie ist klar: „Das Tuch ist ein Glaubensbekenntnis.“ Im Flyer dazu heißt es: „Die Ausstellung verbindet Wissen und Glauben in beeindruckender Weise.“



So ist es kein Wunder, dass man zum Schluss in einer kleinen Kapelle zum Gebet eingeladen ist. Hier ist am Kreuz der Corpus des Menschen zu sehen, der am Tuch abgebildet ist.



Hier noch zum Corpus: 




 Täglich, von 9.00 Uhr bis 18.30 Uhr ist die Kirche geöffnet.  Mit dem Bus kann man Rheinfelden gut erreichen, geht dann ungefähr zehn Minuten bis zur Kirche Sankt Josef. (Nochmals der Hinweis: es ist das badische Rheinfelden, nicht das Schweizer Rheinfelden), Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, kann vom Busbahnhof dann noch einen Bus nehmen, der direkt vor der Kirche hält.

Samstags gibt es immer um 17.00 Uhr eine Führung, sonntags um 15.00 Uhr und um 17.00 Uhr

Weitere Programmpunkte, die im Rahmen dieser Ausstellung stattfinden und sich lohnen sind:

Am 22. März um 19.30 Uhr ein Vortrag von Pater Ioannes aus dem Kloster Disentis, Blick auf das Grabtuch aus medizinischer Sicht

Am 23. März um 19.30 Uhr ein Vortrag von Doktor Sophie, Prinzessin zu Löwenstein:Der Leidensweg Christi aus kulturhistorische- archäologischer Sicht.


Der Malteserorden bietet diese Austellung immer wieder in verschiedenen Städten an.
Hier dazu ein Link: www.malteser-turinergrabtuch.de